Der im August veröffentlichte Entwurf der DIN ISO 9001:2025 liefert erste Hinweise darauf, welche Änderungen die neue Ausgabe bringen könnte. Nachfolgend ein kompakter Überblick über die voraussichtlich wichtigsten Neuerungen.
Wichtig: Es handelt sich um den ersten öffentlichen Entwurf. Bis zum Final Draft (FDIS) sind inhaltliche Änderungen zu erwarten.
Zentrale Änderungen (voraussichtlich)
- Qualitätskultur und ethisches Verhalten: Erstmals fordert die Norm in Abschnitt 5.1.1 („Führung und Verpflichtung“) aktiv die Förderung einer Qualitätskultur und eines ethischen Verhaltens in der Organisation. Auch Abschnitt 7.3 („Bewusstsein“) wurde entsprechend ergänzt. Qualität soll demnach nicht mehr allein durch Prozesse gesichert werden, sondern zunehmend durch Verhalten, Werte und Führung. Mitarbeitende sollen Verantwortung für Qualität übernehmen; Unternehmen müssen definieren, welche Qualitätskultur und welche ethischen Grundsätze gelten – und wie diese gemessen und gefördert werden.
- Getrennte Betrachtung von Chancen und Risiken: Der Entwurf trennt künftig Chancen und Risiken (statt beide gemeinsam zu behandeln). Risiken sind weiterhin zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern. Zusätzlich müssen Chancen systematisch bestimmt, analysiert und bewertet sowie Maßnahmen zu deren Nutzung geplant werden. Ziel ist ein proaktives Management, das Entwicklungen gezielt nutzt statt sich nur auf Fehlervermeidung zu konzentrieren.


